Ist Schule in ihrer derzeitigen Form gesetzeswidrig?

NN_Logo_EXL_DOC_axaIst Schule in ihrer derzeitigen Form gesetzeswidrig?

Die Schule in ihrer derzeitigen Form fußt auf einer gesetzlichen Widerspruchszone, an die sich anscheinend niemand so richtig herantraut, weil allein der Gesetzgeber entscheidet, was Recht ist und was nicht. Warum ist das so?

Die Schule ist von der Staatsorganik mitsamt ihrer Gewaltenteilung der Exekutive zuzuordnen analog der Institution Polizei. Die Schulen setzen die jeweiligen landesbezogenen Schulgesetzte mit Bezug zur Schulpflicht um. Das heißt, die Schule hat mit diesem Status das Recht, Menschen zur Schule zu zwingen und Schulverweigerern dem Staat respektive der Schule zuzuführen, notfalls mit Amtshilfe durch Jugendamt, Familiengerichtsbarkeit und Polizeigewalt.

Demgegenüber steht das Bürgerliche Gesetzbuch mit seinem Paragraphen 1631 „Inhalt und Grenzen der Personensorge“ (in seiner aktuell gültigen Fassung):

(1) Die Personensorge umfasst insbesondere die Pflicht und das Recht, das Kind zu pflegen, zu erziehen, zu beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu bestimmen.
(2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.
(3) Das Familiengericht hat die Eltern auf Antrag bei der Ausübung der Personensorge in geeigneten Fällen zu unterstützen.

Im Grunde haben Eltern das Recht, den Aufenthalt ihres Kindes zu bestimmen. Das steht diametral dem staatlichen Recht der Schulzuführung des Kindes gegenüber. Weiterhin darf das Kind nicht mit Gewalt erzogen werden. Das steht ebenso diametral der Schulzuführung des Kindes gegenüber. Und zuletzt muss der Staat Eltern bei der Ausübung ihrer Erziehung unterstützen, daher müsste ein Gericht der Schule verbieten, Kinder der Schule zuzuführen.

Alles in Allem kann man festhalten, dass die Schulpflicht illegal ist, oder ist der §1631 BGB etwa illegal?

Ein derzeit scheinbar unlösbares Dilemma!

Doch der Staat hat für solche Fälle gesetzlich vorgesorgt: Im Falle der Schulverweigerung durch die Eltern, entzieht der Staat via Jugendamt und Familiengericht aufgrund der Argumentation einer drohenden Kindeswohlgefährdung durch die Verhinderung einer Chancengleichheit den Erziehungsberechtigten die elterliche Sorgeberechtigung und damit einhergehend auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht für den Bereich Schule. Nun müsste das Jugendamt als Sorgeberechtigte das Kind täglich zur Schule bringen. Im Härtefall wird das Kind aus der Familie in eine staatliche Pflegschaft gegeben, die das Kind der Schule zuführt. Die Frage die sich hier allerdings stellt ist die, ob der Staat grundsätzlich Gewalt im Sinne des § 1631 BGB gegen Kinder anwenden darf? Das darf er eben nicht. Darin steckt nun ein gesetzliches Dilemma.

Im zweiten Fall einer gewaltfreien Erziehung sieht die Rechtslage schon ganz anders aus: Hier sind nicht die Eltern die treibende Kraft für die Schulverweigerung, sondern das Kind selbst entscheidet für sich, nicht mehr zur Schule gehen zu wollen beispielsweise mit der Argumentation der Schulgewalt durch Institution und Lehrer und den damit einhergehenden psychosomatischen Beschwerden wie Bauchweh, Kopfweh etc. und psychischen Folgen wie Schulunlust, Schulangst und Schulmüdigkeit. Hier entscheiden also nicht die Personensorgeberechtigten, ob das Kind in die Schule gehen will oder nicht, sondern das Kind selbst. Nun dürfen nach der Rechtslage BGB §1631 Personensorgeberechtigte keine Gewalt gegenüber Kindern walten lassen, also zwingen Eltern in Folge dessen ihre Kinder nicht, in die Schule gehen zu müssen. Hier befinden wir uns demnach in einer legitimen Rechtslage: Keine Gewalt gegen Kinder, also muss das Kind auch nicht zur Schule. Argumentiert hier der Staat mit einer Kindeswohlgefährdung, kann man dementgegen ebenso mit einer Kindeswohlgefährdung durch den Staat, hier die Schule und ihre Gewaltanwendung gegen das Kind und den hieraus resultierenden körperlichen und psychischen Gesundheitsfolgen, argumentieren. Man sieht, auch hier steckt man von der Gesetzeslage wieder in einem Dilemma.

Und im dritten Punkt der gerichtlichen Unterstützung der Eltern bei Ihrer Sorgeberechtigung lässt sich sehr leicht das Drama der Gesetzgebung darstellen: Das Jugendamt ruft bei Schulpflichtverletzungen das Familiengericht bei einer drohenden Kindeswohlgefährdung durch die Erziehungsberechtigten an. Die Eltern rufen das Familiengericht zur Unterstützung ihrer Sorgeberechtigung bzgl. der Schulverweigerung durch das Kind an. Das Jugendamt will, dass das Kind in eine kindeswohlgefährdende Schule geht, das Kind will aber in keine durch Gewalt krankmachende Schule gehen. Wer hat hier nun Recht? Im Zweifel doch wohl das Kind, oder?

Hier wird deutlich, dass die Landesschulgesetze dringend einer Novellierung bedürfen, zum Wohle des Kindes!


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Wenn Lehrer zu Machtmonstern werden

NN_Logo_EXL_DOC_axaWenn Lehrer zu Machtmonstern werden

Es ist ganz normaler Schulwahnsinn, dem unsere Kinder täglich gezwungenermaßen ausgesetzt sind. Kinder sind in der Schule wie in einem Gefängnis weggesperrt und wir Erwachsenen bekommen nicht mehr mit, wie die Gefängniswärter alias Lehrer minder wertschätzend mit unseren Kindern umgehen. Da wird gedroht, es wird bestraft, die Kinder werden angeschrien, sie werden diffamiert und permanent unter Druck gesetzt. Kommt ein Kind im Unterricht nicht mit und kann daher seine Hausaufgaben nicht machen, weil es den Stoff nicht verstanden hat, dann werden sie von Lehrern bestraft mit Strichen, schlechten Noten und Nachsitzen. Das ist Gewalt und Freiheitsberaubung. Und wir Erwachsenen schauen seelenruhig zu. Hat ein Kind seinen Ranzen im Klassenraum stehen gelassen, obwohl die Klasse in einem anderen Klassenraum ein anderes Fach hat, so werden sie von Lehrern schikaniert, in dem sie den Raum nicht aufschließen und sagen: „Da hast du aber nun Pech gehabt“. Es werden in mehreren Fächern mehrere Arbeiten in einer Woche gleichzeitig geschrieben, an manchen Stellen sogar zwei Arbeiten am Tag, als hätte das Schulhalbjahr keine 16 Wochen Zeit diese Arbeiten sinnvoll zu verteilen: Da müssen Kinder Lernstoffe an den Wochenenden aufarbeiten, als gäbe es die Unterrichtszeiten nicht dafür, gleichzeitig müssen sie Hausaufgaben machen und Referate vorbereiten – alles gleichzeitig. Das ist Überforderung pur. Kein Erwachsener hat so viele Arbeitsstunden wie ein Kind in der Schule. Wenn das Pensum nicht erreicht wird vom Schüler, dann wird das Kind vom Lehrer als dumm bezeichnet und dafür belobigt, entweder das Schuljahr oder gar den Abschluss nicht zu schaffen. Das sind überaus motivierende Worte, um Schüler systematisch einzuschüchtern. Die Schulranzen sind übermäßig schwer und drücken auf die Schultern, den Nacken und auf das Rückgrat unserer im Wachstum befindlichen Kinder; die Gelenke werden übermäßig belastet, Schmerzen und Haltungsschäden werden als Kollateralschaden ignorant zur Kenntnis genommen und sogar noch mehr Unterrichtsmaterialien in die Schultaschen gestopft, damit die Kinder in sechs bis 10 Stunden Unterricht bloß alle Arbeitsmaterialien dabei haben – der Lehrplan muss ja auf Biegen und Brechen unserer Kindergesundheit durchexerziert werden. Die Kinder kommen weinend nach Hause, sie zeigen Symptome der Angst vor den Lehrern, sie haben Bauch- und Kopfschmerzen, Versagensängste und sie entwickeln in Folge dessen eine Schulaversie via Schulverdrossenheit und Schulunlust. Wir finden ein Herr voller Lehrer vor, die weder wertschätzend mit unseren Kindern umgehen, noch im Sinne des Empowerment fördernd unseren Kindern gegenübertreten und schon gar nicht das Berufsethos der Kinderliebe mitbringen. Lehrer sind ein Volk voller machtgieriger Bürokraten, Misanthropen und eitler Egomahnen ohne jeglichen Sinn für Würde, Wertschätzung oder Liebesfähigkeit.

Was ist passiert, dass man zu einem solch vernichtenden Rundumschlag der Lehrerbeurteilung kommt? Hierzu ein Beispiel, das für unzählige Vorfälle seit Anbeginn der Schulpflicht steht:

Ein 10-jähriger Schüler der fünften Klasse einer Gesamtschule kommt in Mathematik nicht mit, weil der Lehrer zu schnell unterrichtet und den Kindern keine Chance der Nacherklärung gibt. Das hat zur Folge, dass mehrere Schüler dem Unterricht nicht mehr folgen können und somit die Hausaufgaben nicht erledigen können. Ein Schüler teilt dem Lehrer mit, dass er den Stoff nicht verstehe. Der Lehrer in seiner grenzenlosen pädagogischen Weisheit schnauzt den Jungen an mit der Bemerkung, dass er sich eben irgendwoher den Stoff aneignen soll. Daraufhin kommt der Junge regelmäßig ohne Hausaufgaben in die Schule. Dem Lehrer fällt nichts Besseres ein, als dem Jungen für jede vergessene Hausaufgabe einen Strich ins Klassenbauch einzutragen verbunden mit der Drohung, dass der Junge in einen sogenannten Trainingsraum (das ist ein Raum, in dem unartige Kinder eingesperrt werden, um über ihr Fehlverhalten nachzudenken oder aber nachsitzen müssen) gesperrt werde und im schlimmsten Falle müsse er die Eltern über die fehlenden Hausaufgaben benachrichtigen. Das hat dem Jungen allerdings auch nicht weitergeholfen und er kommt zum fünften Male ohne Hausaufgaben in die Schule. Der Lehrer zückt ein Formular mit dem Hinweis für Eltern, dass der Sohn fünf Mal hintereinander die Hausaufgaben nicht gemacht habe; auf dem Zettel steht außerdem die Aufforderung drauf, dass die Eltern den Zettel unterschrieben an ihn zurückgeben wollen. Die Eltern, die auf dem Standpunkt stehen, keine Handlanger der Schule zu sein und sich daher nicht für die Hausaufgaben der Schule verantwortlich zeichnen, unterzeichnen dieses Formular nicht und schreiben dem Lehrer folgendes auf dieses Formular zurück: „Sehr geehrter Mathelehrer, für die Hausaufgaben sind wir als Familie nicht zuständig, dies ist ausschließlich Schulangelegenheit. Setzen Sie daher bitte fördernde pädagogische Mittel ein, um adäquat auf die Hausaufgabenproblematik unseres Sohnes zu reagieren.“ Als der Junge am nächsten Tag von der Schule nach Hause kam, teilte er mit, was der Lehrer auf dieses Schreiben ihm gegenüber geäußert habe: „Ich habe ein geeignetes Mittel gefunden. Dann wirst du eben nachsitzen!“

Die Eltern, sichtlich konsterniert, schreiben entrüstet dem Lehrer folgenden Brief:

„Sehr geehrter Herr Mathematiklehrer (Name geändert),

uns ist heute über unseren Sohn zu Ohren gekommen, dass Sie auf unsere Nachricht vom Vortag bzgl. der Hausaufgaben mitgeteilt haben sollen, dass Sie sich zu den von uns geforderten fördernden pädagogischen Mitteln zur Reaktion auf die von Ihnen beschriebene Hausaufgabenproblematik geäußert haben sollen, dass sie sich etwas haben einfallen lassen, nämlich, dass unser Sohn bei fehlenden Hausaufgaben künftig nachsitzen solle.

Hierüber drücken wir unser Entsetzen aus, mit welcher minder wertschätzenden ethischen Haltung Sie ihr pädagogisches Verständnis von Förderung und adäquater Reaktion gegenüber einer Schülerproblematik auslegen. Nach unserem Verständnis hat diese Reaktion nichts mit einer modernen Auffassung pädagogischer Wertschätzung und Empowerment zu tun, sondern legt den Schluss nahe, dass es sich hierbei vielmehr um eine veraltete pädagogische Strategie der Disziplinierung handelt, die weder im Einklang mit dem Paragraphen § 1631 BGB Abs. 2, dem Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung, steht und gleichzeitig einem Straftatbestand der Freiheitsberaubung entspricht. Wir können daher nur dringend an Sie appellieren, Ihre unzeitgemäße pädagogische Haltung der unangemessenen Strenge in eine wertschätzende pädagogische Haltung unseres Sohnes gegenüber und der hier vorliegenden Hausaufgabenproblematik zu verwandeln, wie das für moderne und anständige Pädagogen erwartet wird.

Wir weisen darauf hin, dass eine Disziplinierung durch Nachsitzen wegen fehlender Hausaufgaben durch uns – Kraft unserer Erziehungsberechtigung, die hier nicht im Einklang mit Ihrem Erziehungsverständnis steht – nicht befürwortet wird. Weiterhin weisen wir darauf hin, dass unser Sohn in Folge ihres gestrengen Auftretens mit psychosomatischen Symptomen wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen sowie mit Angst vor Ihnen als Person und mit Schulunlust und Versagensängsten reagiert. Daher fordern wir Sie umgehend auf, ein anderes pädagogisches Auftreten walten zu lassen. Sollte unser Sohn nachsitzen und in einen sogenannten Trainingsraum eingesperrt werden, werden wir uns vorbehalten, entsprechend mit gesetzlichen Mitteln darauf zu reagieren.

In der Hoffnung, dass Sie die Situation als Fachkraft für Pädagogik richtig einschätzen, gehen wir davon aus, dass Sie einen pädagogisch sinnvollen und wertschätzenden Weg finden, um die angespannte Situation zu entschärfen.

Im Übrigen: Wir hatten Sie in unserer Mitteilung von vorgestern gebeten, uns telefonisch zu konsultieren, um mit Ihnen über diese Situation zu sprechen. Darauf haben Sie bislang nicht reagiert.

Mit besorgtem Gruß
Familie XY (Name geändert)“

Anhand dieses exemplarischen Beispiels, das die überwiegende Gewaltsituation gegenüber unseren Kindern an deutschen Schulen wiederspiegelt, ist festzustellen, dass Schulen kein adäquater und wertschätzender Lebensort für unsere Kinder ist, sondern entgegen des Wohl des Kindes für krankmachende Strukturen sorgt, die es im Sinne unserer gesetzlich verankerten und natürlichen Verantwortung (§6,1 GG) unserer Kinder gegenüber zu verhindern gilt. Schule darf kein Ort beliebiger und wahlloser Gewaltexzesse von frustrierten Lehrern sein. Die Schule hat bisher insgesamt die Chance verpasst reformpädagogische Ansätze in ihre Konzepte umzusetzen, denn anscheinend möchte die staatliche Schule ein Herr von Kindern heranziehen, die auf Gehorsam, Erniedrigung und Anpassung getrimmt sind, damit sie gefügig sind und dem System mit nicht allzu viel Kritik gefährlich sein können. Das ist ein ganz trauriges Schulsystem, in welchem aus unseren einstmals lebhaften und fröhlichen Kindern durch Monsterlehrer ängstliche und lernfrustrierte Menschen geformt werden.


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Was Kinder brauchen

NN_Logo_EXL_DOC_axaWas Kinder brauchen

Der Mensch ist ein freiheitsstrebendes Wesen mit der inneren Programmierung auf Selbstständigkeit. Die Natur hat den Menschen mit einem Gehirn qua Funktion mittels Plastizitätseigenschaften ausgestattet, die es ihm erlauben, neues Wissen zu generieren mit dem er in der Lage ist, eigenständige und sowohl auf logische als auch andersartige Schlussfolgerungen basierende erkenntnistheoretische und lebenspraktische Entscheidungen zu treffen. Mit dieser inneren Ausstattung ist der Mensch Konstrukteur seiner eigenen Wirklichkeit, in die er sich ungern von außen, und schon gar nicht per „zwang“, hineinreden lassen möchte. Dieser Bewusstseinsvorgang ist von Anbeginn des menschlichen Lebens angelegt. Bereits das Neugeborene spielt parallel neben seinem Instinktprogramm der Versorgungssteuerung und dem Vegetativprogramm des Wachstums auch ein innerpsychisches Verselbständigungsprogramm ab, in dem es Informationen aus der Umwelt aufnimmt und in seine biologische angelegte Speichervorrichtung namens Gehirn, hier: Gedächtnis, via neuronalem Netzwerk ablegt. Jede neue, durch die Sinne wahrgenommene Information wird diesem neuronalen Netzwerk hinzugefügt und bildet im Laufe der Zeit ein eigenes Abbild der Realität des Kindes. Hieraus kann das Kind schöpfen und sich in der Welt nach und nach selbstständig orientieren. Durch diese Orientierung nimmt das kindliche Gehirn wieder neue Informationen auf, verknüpft diese mit dem bestehenden neuronalen Netz und erweitert somit seinen Kompetenz- und Handlungsspielraum. Man sieht also, die Grundlage für die Entwicklung des Menschen besteht in der Selbstorganisationfähigkeit! Dies ist der bio-psychologische Background für das, worauf die Bedürfnisse eines Kindes gründen. Aus dieser Grundlagenerkenntnis heraus fragen wir uns nun: Was also braucht das Kind?

These 1:
Kinder brauchen sich selbst!

Kinder benötigen die Möglichkeit, sich selbst wahrnehmen und reflektieren zu dürfen und sich ein eigenes Selbstbild zu kreieren, um ein echtes und unverfälschtes Selbstbewusstsein über sich selbst entwickeln zu können. Insbesondere das Bedürfnis nach sich selbst ist für eine freie Entwicklung der Selbstaktualisierungstendenz des Kindes zwingend von Nöten, um ein kongruenter, wertschätzender und solidarischer Mensch zu bleiben.

These 2:
Kinder brauchen Zeit!

Kinder haben in unserer Gesellschaft 18 Jahre lang Zeit, sich zu einem erwachsenen Menschen zu entwickeln. Es ist in diesem Sinne nicht zweckmäßig die Entwicklung zeitlich zu kategorisieren oder gar künstlich zu beschleunigen oder unter Zwang zu bremsen, weil der Organismus des Menschen seine jeweils eigene genetische Zeitspanne der Reife vorgegeben hat, die den Weg weist, welcher Mensch was zu welchem Zeitpunkt körperlich und kognitiv lernen „muss“.

These 3:
Kinder brauchen interne Bezugspersonen!

Kinder brauchen Eltern (oder elterliche Pflegepersonen) mit Herz und Hand, die sie verstehen, gedeihen lassen, fördern, fordern und einfach sein lassen wie sie sind. Eltern haben die Funktion, insbesondere den ganzheitlichen Bereich der menschlichen Existenz von Kindern vertrauensvoll zu gestalten und liebevoll zu begleiten, damit Kinder eine neurosenfreie, bewusste und gefestigte Innenwelt aufbauen können, die sie mit Mut und Vertrauen nach außen hin ausleben können.

These 4:
Kinder brauchen externe Bezugspersonen!

Ob Pflegeerziehungsberechtigte, professionelle Betreuer oder Trainer etc., Kinder brauchen externe erwachsene Menschen um sich herum, die sie als Vorbilder annehmen können, um hieraus die unterschiedlichen Modelle der Einstellungen und des Verhaltens miteinander und mit den Eigenen Einstellungen und dem eigenen Verhalten vergleichen zu können, damit sich hieraus ein gefestigtes Bild im Umgang mit den Menschen innerhalb der unmittelbaren Umwelt entwickeln kann.

These 5:
Kinder brauchen Gleichaltrige!

Für die Entwicklung eines vergleichenden Selbstbildes ist es sinnvoll, dass Kinder und Jugendliche sich mit Gleichaltrigen umgeben können. Der Vergleich körperlicher, geistiger, emotionaler, sozialer und moralischer Entwicklung gibt Kinder ein Instrument an die Hand, mit dem Sie in die Lage versetzt werden, die Stellung des eigenen Selbst realistisch einschätzen zu können. Der Umgang mit Gleichaltrigen schafft daher Identität, Selbstbestimmung, Freundschaften und Solidarität.

These 6:
Kinder brauchen Räume!

Da das Kinder- und Jugendalter eigenständige Entwicklungsabschnitte des Lebens sind, benötigen sie eigene räumliche Umgebungen, in denen sie ihre spezifischen Fähig- und Fertigkeiten ausprobieren und zum Ausdruck bringen können. Räumlicher Rückzug und die damit verbundene temporäre Isolation von der Erwachsenenwelt dienen der eigenen Psychohygiene, frei, unbeeinflusst und in einem kreativen Reflexionsprozess über sich selbst nachdenken zu können.

These 7:
Kinder brauchen Lernfreiheit!

Das Lernen im Kindesalter ist von aktivem Interesse und Selbstregulation gekennzeichnet. Hierzu benötigen sie keine institutionalisierten Lernzwangsanstalten. Kinder lernen am effektivsten, wenn zwei Grundbedingungen erfüllt sind: 1. Situierung: Kinder legen situativ selbstständig fest, was sie lernen wollen und in welchem Tempo sie das bewerkstelligen. 2. Kontext: Kinder suchen sich eigenständig Lernpartner, mit denen Sie auf die Suche nach Antworten auf ihre Fragen zur Lebensgestaltung gehen.

These 8:
Kinder brauchen gesunde Lebensumfelder!

Die Lebensumgebung von Kindern wird von Kindern neugierig und intensiv exploriert. Kinder erleben ihre Umgebung wie Familie, Schule, Wohnumfeld etc. als ihren Gestaltungsraum, in dem sie Ihre Lernerfahrungen machen. Daher ist es zwingend notwendige, dass die Erwachsenenwelt Kinder physisch und psychisch gesunde Umgebungen herstellen, die Kindern Anregung, Freude, Ausdrucksmöglichkeiten, Bewegung und Mitgestaltung ermöglichen.

These 8:
Kinder brauchen Freude!

Kinder lachen gerne. Kinder lachen deshalb gerne, weil sie noch nicht so viel nachdenken und alles noch mit viel Gefühl erleben. Kinder leben noch ganz verrückte Gedanken und Gefühle aus und stellen sie in einen kreativen Zusammenhang, der auf sie selbst komisch wirkt. Lachen ist eine natürliche Droge, das Freudenhormone ausschüttet. Daher sorgt ein freudvoller Umgang mit Kindern für eine Entwicklung auf den Gebieten der Gelassenheit und Zuversicht.

These 9:
Kinder brauchen keine Grenzen!

Kinder sind Meister ihres Selbst. Sie wissen in der Regel von Anbeginn ihres Lebens was sie wollen und was sie brauchen. Sie probieren sich aus und geraten darin an ihre eigenen Grenzen. Das freie Ausprobieren von kindergerechten Tätigkeiten minimiert Verletzungs- und Unfallgefahren durch das intensive Erfahren von eigenen Kompetenzen und Fertigkeiten. Daher müssen in für Kinder originären Situationen die Grenzen sie nicht von Erwachsenen vorgegeben werden.

These 10:
Kinder brauchen Fantasie!

Magie, Parabeln, Animismus, Zauberei, Irrationalitäten, Perspektivenverzerrungen, Egozentriertheit, Artifizialismus uns vieles mehr beflügeln die kindliche Fantasie. Kinder neigen gerne zu Übertreibungen in ihren Auffassungen, die ihnen dazu verhelfen, ihre natürlich eingeschränkte Position gedanklich und gefühlsmäßig zu transzendieren. Fantasie sorgt für eine erhöhte Assoziationskompetenz bei Kindern, die sie befähigen, kreative Lösungen für die Lebensanforderungen zu generieren.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass Kinder in ihrem Freiheitsdrang die Welt zu erfahren, zu lernen, auszuprobieren und mit zu gestalten weder permanent Kontrolle, Überwachung und Zurechtweisungen benötigen. Kinder brauchen Erwachsene, die Kinder lassen wie sie sind: Nämlich wunderbare Wesen mit der Fähigkeit, sich noch frei und ungezwungen zum Ausdruck zu bringen, frei von kulturellen Normen und Konventionen. Hier könnten wir sogenannte Erwachsene uns eine gehörige Scheibe abschneiden, und lernen, so zu leben wie wir sind: Frei!

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Wozu noch Kinder?

NN_Logo_EXL_DOC_axaWozu noch Kinder?

Die neue Bertelsmannstudie belegt: Eltern von Ganztagsschülern sind zufriedener als die von Halbtagsschülern begründet mit besseren Förderungsbedingungen für ihre Kinder in Folge dessen ein Ausbau flächendeckender Ganztagsschulangebote in der Bundesrepublik Deutschland forciert wird.

Es geht ein neues Gespenst in Deutschland herum: Ganztageschulen. Die neuste Studie der Bertelsmann-Stiftung (nachzulesen unter: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2016/september/eltern-geben-ganztagsschulen-gute-noten/) zeigt auf, dass Eltern ihre Kinder im liebsten in Ganztagsschulen abschieben möchten. Begründet wird dies mit dem Argument, dass ihre Kinder in Ganztagsschulen besser gefördert würden als in Halbtagsschulen. Hiermit wird deutlich: Eltern geben ihre Erziehungsverantwortung an den Staat ab. Der Beweis dafür, dass Familienleben mit Kindern immer mehr unerwünscht ist. Dies lässt sich an dem Geburtenrückgang in der BRD sehr deutlich ablesen. Eltern, die Kinder in Ganztagsschulen abschieben, sind eher daran interessiert, ihr eigenes Leben zu forcieren. Immer wieder ertönt das Argument, dass man sich im Beruf besser verwirklichen könne als in einer Familie mit den Kindern. Oder man sieht sich mit Äußerungen von Eltern konfrontiert, die ihre Kinder deshalb lieber in Kindergärten, Ganztagsschulen, Nachhilfe, Vereine usw. abschieben, damit sie, neben den beruflichen Verpflichtungen, auch noch ihren privaten Interessen nachgehen können. Hier wird sehr schnell ersichtlich, dass das egoistische Interesse von Eltern vor dem Wohl des Kindes nach einem intakten, harmonischen, vielfältigen und bindungsintensiven Familienleben steht. Da stellt sich doch wirklich die Frage: Wozu noch Kinder, wenn wir sie sowieso gerne abschieben?! Nach dieser Haltung können wir die Kinder doch eigentlich im Sinne von Orwell und Huxley gleich nach der Geburt abgeben und der kalten Aufzucht des Staates und seiner kinderlosen Handlanger überlassen.
Das Argument der Förderung von Kindern in Ganztagsschulen ist vor dem Hintergrund einer zunehmenden Entnaturalisierung zugunsten einer stetigen Institutionalisierung der Kindheit als Instrument des Staates, willfährige Bürger heranzuziehen, zu deuten. Das Modell Familie wird zunehmend als anachronistisch ausgehöhlt dadurch, dass das Wirtschaftssystem Menschen dazu zwingt, sich an einen ökonomischen Arbeitsrhythmus anzupassen, der keinen Spielraum für finanzielle und zeitliche Ressourcen für Familienleben zulässt. Wozu auch? Die Ökonomie benötigt keine freidenkenden Menschen, sondern funktionierende Zahnrädchen zur Aufrechterhaltung der Herstellung von Konsumgütern, die dann an den Wochenenden konsumiert werden sollen. Frei nach dem Motto: Unter der Woche wird dafür gearbeitet, dass man sich am Wochenende konsumgüterbezogen von der Arbeit dafür erholt, wieder fit für die bevorstehende Arbeitswoche zu sein. Kinder haben in diesem System nichts zu sagen. Sie werden schnell durch Disney und Co. darauf getrimmt, das System zu verinnerlichen, damit sie sich schnell an die Arbeitsgepflogenheiten anpassen können. Die Ganztagsschule trägt dann mit ihren Konzepten dazu bei, unsere Kinder in die Arbeitsprozesse zu integrieren. Einzig darum geht es der Ganztagsschule: Assimilation von Humanressourcen in das staatlich funktionierende System. Freigeister sind unerwünscht!
Die Förderung von Kindern in Ganztagsschulen wird in diesem Sinne zu einem immer größer werdenden zwanghaften Förderwahn. Wer sich nicht fördern lässt, bekommt sehr schnell Nachhilfe im Fördern. In allen Disziplinen müssen unsere Kinder gefördert werden. Das geht auf Kosten eines natürlichen Lernrhythmus‘, der den Kindern ganz schnell abtrainiert wird. Gefördert werden darf nur das, was für den ökonomischen Arbeitsmarkt gebraucht wird. Gefördert wird ausschließlich nach pragmatischen Gesichtspunkten und nicht im idealistischen Sinne freiheitliches Denken, ganzheitliches Denken, natürliches Denken, Selbstwahrnehmung und Selbstachtung und alles was den Menschen dazu befähigt, seine konstruktiven Erkenntnisse zu schärfen.
Schauen Sie sich die Ganztagskonzepte der Schulen einmal genauer an und Sie werden feststellen, dass es hier einzig um die Durchsetzung von Regeln, Zwang, Vorgaben, Sanktionierungen und vorgegebenen Lerninhalten geht. Sie schreiben in ihre Konzepte, dass die Schüler ihre natürliche Lebensumgebung mit in den Lernprozess einbinden sollen, was natürlich die Tinte auf dem Papier nicht wert ist, weil Schüler keine natürliche Lebensumgebung mehr vorfinden, wenn die Eltern alle Arbeiten sind und das Leben nur noch aus Institutionen besteht, die alles reglementieren.
Nicht mehr das natürliche Leben und die sich hieraus entwickelnde Lebendigkeit, Lebensfreude und Lebensbejahung stehen im Vordergrund der Ganztagspädagogik, sondern Konzepte, Statuten, Vorgaben, Systematisierung, Standardisierung und Qualitätsmanagement. Das ist eine ganz traurige und eiskalte Welt in die wir uns mit dem Willen nach Ganztagsschulen allmählich manövrieren.

Schöne neue Welt!


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Wenn die Schulpflicht Kindern schädigt

NN_Logo_EXL_DOC_axaWenn die Schulpflicht Kinder schädigt

In der Bundesrepublik Deutschland herrscht Schulpflicht für Kinder im Alter zwischen 6 und 17 Jahren. 9,2 Millionen Kinder dieser Altersklasse leben derzeit (2016) in der BRD. Sie alle unterliegen dem von den Bundesländern gesetzlichen Zwang, zur Schule gehen zu müssen. Die amtlichen Schulstrukturen sind, wie alle staatlichen Organe, restriktiv hierarchisch organisiert mit Exekutivstatut. Demgegenüber stehen machtlose schulpflichtige Minderjährige, die durch staatlich organisierte Familiensippschaften (oder anderen Erziehungsverbänden) mittels gesetzlich legitimierter Erziehungsberechtigter in der Umsetzung der Schulverpflichtung überwacht werden. Eine natürliche Ausnahme von der Befreiung von der Schulpflicht gibt es nicht. Es handelt sich hierbei ausschließlich um oligarchisches Hoheitsrecht des Staates im Umgang mit seinen Minderjährigen. Dies ist ein formaljuristischer Zustand der temporären Freiheitsberaubung analog einer unfreiwilligen Internierung ähnlich eines Gefängnisaufenthaltes mit Freigang. Dieser juristische Zustand wird vor allem im Artikel 6, Satz 2a des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland geregelten natürlichen Rechts auf Erziehung der Kinder durch die Erziehungsberechtigten gedeckt, der in weiteren Ausführungen die staatliche Gewalt gegenüber Familie und Kindern fixiert und die Erziehungsfreiheit der Erziehungsberechtigten sogleich wieder aushebelt (§§ 6,1 und 6,2b und 6,3 GG). Die gesetzliche Regelung lautet übersetzt: Ihr dürft (bzw. müsst) zwar die Kinder erziehen, aber nur so, wie der Staat das in seinen weiteren Richtlinien, Verordnungen, Bestimmungen, Statuten und Gesetzen vorgibt. Wir sehen, dass der Staat das Wohl des Kindes einzig nach seinen Vorstellungen im Blick hat. Verstoßen die Erziehungsberechtigten mit ihrem vermeintlich natürlichen Recht der Erziehung ihrer Kinder, beispielsweise mit der Abmeldung der Kinder von der Schule und einer Vermeidung der Zwangszuführung der Kinder in staatliche Obhut, belegt der Staat dies in seiner Straftatpalette (der jeweiligen Bundesländer) chronologisch von einer Ordnungswidrigkeit über Geldstrafen, Kindesentführung aus den Familien via Jugendamt bis hin zu Freiheitsstrafen der Erziehungsberechtigten. Ein solcher mit Elternkriminalisierung und politischer Verfolgung geprägter Zustand durch einen Staat, der dazu geschaffen ist, Schaden vom Volk abzuhalten, bringt erhebliche Folgen für die seelische und geistige Entwicklung von Kindern und Familien mit sich. Um welche Folgen handelt es sich bei dieser gesetzlichen Ausganglage?

Schulen sind staatliche Organe, unterstellt den Kultusministerien und ihren Unterorganisationen wie länderbezogene und kommunale Staatliche Schulämter. Die Erziehungshoheit mitsamt ihrer exekutiven und judikativen Gewalt obliegt somit den Landesregierungen (eine legislative Gewalt gibt es nicht, weil der Bürger hier kein Wahlrecht hat). Man spricht in diesem Sinne von struktureller Gewalt, weil der Staat die Aufenthaltsbestimmung des Kindes vorschreibt, obgleich das Aufenthaltsbestimmungsrecht einzig bei den Erziehungsberechtigten liegt. Hier liegt ein gesetzlicher Widerspruch vor, der jedoch für das staatliche Organ Schule gemäß Schulrecht keine rechtswirkende und schon gar keine rechtspraktische Relevanz hat. Weiterhin verbirgt sich hinter der strukturellen Gewalt eine nicht sogleich offensichtliche direkte Gewaltform, nämlich die der schulischen Vorschriften (z.B. Schul(zahn)ärztliche Untersuchungen ohne Vorabinformierung der Erziehungsberechtigten) und Sanktionierung bei Regelverstoß gegen die Schulgesetze und Schulordnungen (z.B. Verweigerung der Krankmeldungen gemäß privatem Datenschutz). Derzeit praktizierte Schulvorschriften und Schulsanktionierungen sind insofern als äußerst bedenklich einzustufen, als das die gängige direkte (aber auch strukturelle) Gewalt gegen das von der Uno formulierte Recht auf Schutz vor Diskriminierung und auf gewaltfreie Erziehung verstößt. In der gesetzlichen Regelung der Schulpflicht wird ein Gewaltaspekt vollzogen, der nach der Charta der Menschenrechte der Vereinten Nationen in dieser Weise nicht zulässig ist. Hier spricht die UNO ausdrücklich vom Recht des Menschen auf Bildung und Lernen und nicht explizit von Schulpflicht. Insofern bildet diese Form struktureller Gewalt durch die Schulpflicht des Staates eine diktatorische Rechtsprechung ab, die im gegebenen Fall bei Nichtbeachtung Sanktionen nach sich zieht, die analog einer politischen Verfolgung im eigenen Land entspricht. Weiterhin hat die direkte Gewalt an Schülern und Schülerinnen durch die erwachsenen Staatsvertreter der Schule zur Folge, dass das Wohl des Kindes, wie es im SGB VIII formuliert ist, eklatant gefährdet ist, so dass hier das Jugendamt bei Kenntnisnahme unmittelbar das Kind aus dieser Organisationsform herausnehmen muss, wie es bei Familien mit Gewalttendenzen auch praktiziert wird. Stattdessen sind Kinder staatlich legitimierter struktureller Gewalt beispielsweise durch diskriminierende Notengebung oder Ganztagsaufenthalte in Schulen sowie direkter Gewalt durch Strafarbeiten und Unterrichtsverweise etc. hilflos ausgeliefert. Diese Formen der Gewaltausübung wirken sich auf Kinder seelisch insofern negativ aus, als dass sie schon von Kindesbeinen an einer mangelnden Wertschätzung durch Schulen ausgesetzt sind und hierdurch schnell verinnerlichen, dass Anpassung stets mit Einbußen individueller Wertschätzung und Freiheit einhergeht, obwohl Schulen den Auftrag haben, Kinder zu selbstständigen Individuen zu erziehen. Die Folgen der Gewaltausübung auf Kinder durch Schulen sind in der Regel mit Anpassungssomatiken (z.B. Ängste, Depressionen, Identitätsprobleme, Beziehungsproblematiken, Drogeninsuffizienzen) oder Dissidenzverhalten (z.B. physische und psychische Gewaltdispositionen, Normenaversie, Werteressistenz) verbunden, die sie nicht als selbstständige Individuen an den gesellschaftlichen Prozessen wertschätzend, kreativ und kritisch teilhaben lassen, sondern zu obrigkeitshörigen oder aber obrigkeitsablehnenden Wesen heranziehen, die anschließend wiederum durch ein Heer von staatlich anerkannten Sozialpädagogen oder staatlich approbierten Psychologen und Ärzten als gesellschaftstüchtig im Sinne einer wirtschaftlichen Funktionalität wieder hergestellt werden sollen. Nicht umsonst finden wir immer mehr Schulängste und Schulverdrossenheit bei Kindern vor, weil der Stress der strukturellen und direkten Gewalt auf sie ihre Spuren hinterlässt. Eltern und Kinder stehen der Schulpflicht mit ihrer vorgegebenen Gewaltform in der Regel machtlos gegenüber, weil es keine Lobby für die Abschaffung der Schulpflicht gibt.

Aus der Perspektive der Anthropologie wird der Mensch als ein kognitiv offenes Wesen beschrieben, welches sich entwicklungspsychologisch einerseits in bestimmten Reifungsprozessen befindet und anschließend in konstruktiven Entwicklungsprozessen seine Wirklichkeit selbst gestaltet. Dies gilt gleichermaßen für Kinder wie Erwachsene. Kinder befinden sich in dieser Hinsicht auf der Co-Konstruktiven Lernebene und schauen sich die Wirklichkeitskonstruktionen von Erwachsenen ab, binden diese in ihre neuronalen Denkschemata ein und entwerfen hieraus ein ureigenes und ganz individuelles Abbild ihrer Wirklichkeit von der Realität und bauen anschließend an der Formung der Realität mit. Diesen Prozess der Wirklichkeitsbildung durch eigenständiges kreatives Beobachten, Experimentieren und schließendes Denken bezeichnen Psychologen als Lernen. Der Lernprozess ist also ein individueller Wissensaneignungsvorgang von Fakten über die Realität zur Formung der eigenen Kompetenzen zur Gestaltung der Wirklichkeit, also der Fähigkeit in der Realität selbstständig und eigenverantwortlich mit zu wirken. Der Lernprozess bei Kindern in der Vorschulzeit ist geprägt von Offenheit, Kreativität, Experimentierfreude und Wissenshunger. Das kindliche Lernen ist fachlich ausgedrückt „Konstruktivlernen“. Mit anderen Worten: Kinder sind Freilerner, weil jedes Kind seine ureigenen Lernstrategien lebt. Dieses konstruktive Lernen wird frühestens mit Beginn des Kindergartens und spätestens bei der Einschulung mittels Schulpädagogik und ihren systematisierten und kontrollierten Lehrprozessen durch standardisiertes Lernen ersetzt. Das heißt, die bislang lernintensiven Vorgänge der Bildung hochkomplexer neuronaler Netzwerke im Gehirn und der hieraus gewonnenen Aneignung von intelligentem Wissen, die durch Freude an der Entdeckung des Lebens bislang befeuert wurden, werden nun durch standardisierte Lernvorgänge gehemmt, weil sie aufgrund der Ausblendung individueller Lernstrategien und dem Einsatz mechanischer Lehr- und Lernvorgänge die emotionale Lernlust eliminieren, die kognitiven neuronalen Netzwerke in ihrer Entfaltung lahmlegen und somit die Entwicklung von Intelligenz behindern. Diese lernhemmende Situation wird durch die Schulpflicht und der pädagogischen Konzepte von Schulen erzeugt, als da exemplarisch zu nennen wären: Instruktionspädagogik, Sanktionierungsmittel, Controlling via Notensystem, Hausaufgabenpflicht, Leistungsethik und Stillsitzpädagogik. Die Folgen einer derartigen psychologischen Unterdrückung konstruktiven und freien Lernens liegen auf der Hand und können psychosozial identifiziert werden als emotionale Kategorien der Angst (z.B. Leistungsversagen, Lernblockaden, Schulunlust, Schwänzen) oder Aggression (z.B. Wut, Gegenwehr, Diffamieren, Neid, Arroganz). Dabei weisen wissenschaftliche Untersuchungen mit neurowissenschaftlichen Hintergrund seit mehreren Jahren explizit darauf hin, dass Lernen im Limbischen System des Gehirns mit Emotionen verbunden wird und ein maximaler Lernerfolg dann als gesichert betrachtet wird, wenn die Lerninformationen mit Lernsituationen verbunden werden, die den Lernenden Freude bereiten, also mit Spaß, Lob, Ermutigung und mit realen Lebensinhalten aus der Lebensumwelt verknüpft werden. Daher wäre Freilernen ein Lernkonzept, welches man sich, analog der Bionik, aus der Natur durchaus abschauen kann: Entwicklungsprozesse der Natur basieren auf Lernen und den damit verbundenen Anpassungsleistungen unterschiedlicher Bio-Organismen an sich stets ändernde Umwelterfordernisse. Der Mensch ist ein solches Bio-System, welches seine effektivste Lernleistung erzielt, wenn er das lernt, was ihn aufgrund seiner Lebensumstände tatsächlich interessiert. Die Schulpflicht wirkt hier entwicklungspsychologisch und pädagogisch eher kontraproduktiv und löst neuronal im Limbischen System Frustration, Ablehnung und Demotivation beim Lernen aus. Auch hier müssen Erziehungsberechtigte machtlos mit ansehen, wie die staatliche Schulpflicht ihren Kindern Konkurrenzdenken und Lebensängste einpflanzt, die Lust am Lernen nimmt und damit einhergehend beobachtbar ist, wie zunehmend die Freude am Leben systematisch entweicht.

Zuletzt ist noch zu erwähnen, dass die Schulpflicht den Menschen als Individuum nicht erreicht und wahrscheinlich auch gar nicht erreichen will. Sie beachtet weder den individuellen Bio-Rhythmus, noch nutzt sie das offene und hochbegabte Potenzial der menschlichen Intelligenz. Es schleicht sich zunehmend der Gedanke ein, dass die Schulpflicht lediglich ein Instrument der Herrscherklasse ist, um ihre untergebenen Bürger mittels Schulpflichtkontrollsystemen im Zaum zu halten. Freies Lernen ohne Schulpflicht führt in Konsequenz dazu, dass staatliche Kontrolle obsolet wird. Der Staat traut seinen Bürgern nicht und schon gar nicht zu, selbstständig über seine konstruktive Bildung entscheiden zu können. Es kann also nicht sein, was nicht sein darf. Unsere Gesellschaft schreibt sich auf die Fahnen, die Kindheit, im Gegensatz zu früheren historischen Epochen, als eine eigenständige und wertschätzende Lebensphase anzuerkennen. Dennoch zwingen wir Kinder unter Androhung von Gewalt in Schulen zu gehen, in welchen Kinder unterdrückt und in ihrer eigentlichen freien Wesensart nicht ernst genommen werden. Wir schauen tatenlos zu, wie Kinder in Schulen seelisch und kognitiv verkümmern oder verrohen. Wir lassen zu, dass unsere Kinder zu angepassten und willenlosen Instrumenten der Wirtschaft erzogen werden, deren einziger Sinn darin liegt, das staatliche System und dessen Konsumwirtschaft aufrecht zu erhalten. Dabei wissen wir doch lange schon, dass der Sinn des Lebens nicht im Konsumieren besteht, sondern in der freien Entfaltung des Geistes zur Erhebung dessen, was an kreativen Potenzialen zur Entwicklung eines wohlständigen Lebens notwendig ist: Freiheit im Denken und Handeln. Daher ist es im humanistischen Sinne erforderlich, die Schulpflicht in dieser Form sofort abzuschaffen, um mittels Freilernkonzepte freie, handlungsfähige, kooperationsfreudige und fröhliche Menschen entwickeln zu lassen! Wir sind einfach nicht mehr bereit, weinende Kinder aus der Schule kommen zu sehen und nichts gegen diese innerliche Frustration der Kinder unternehmen zu können. Wir sind auch nicht mehr bereit, ständig mit ansehen zu müssen, wie unsere Kinder nach anstrengenden 8 Stunden Schule noch vier Stunden Hausaufgaben machen müssen und völlig wutentbrannt, oder in die virtuelle Welt flüchtend, sich durch die Realität quälen. Wir können nicht mehr hinnehmen, wie der Staat, unser natürliches Recht auf Erziehungsentscheidungen systematisch untergräbt. Als mündige Bürger benötigen wir keine Schulpflicht, die auf Unterdrückung der Kindesentwicklung basiert und uns mittels schulpädagogischer Erziehungsmethoden und Erziehungsmittel glauben machen will, unsere Kinder zu vermeintlich freiheitlich gesinnten, selbstständigen und eigenverantwortlichen Menschen zu erziehen, während sie den Erziehungsberechtigten ihre Erziehungsberechtigung entzieht, da hilft auch das Mitwirkungsrecht in schulisch organsierten Elternorganisationen wie Elternbeirat etc. nichts, weil diese nicht die Ursachen mit verändern können, sondern lediglich an den Symptomen ein wenig mit doktern dürfen. Daher fordern wir jetzt die Abschaffung der Schulpflicht in dieser Form und sehen uns deshalb zum Schutz unserer Kinder vor der Staatsgewalt in der Pflicht, eine Petition bei den Länderparlamenten und im Bundestag zur Abschaffung der Schulpflicht einzureichen.


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Institutionalisiertes Leben

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Wie frei ist eigentlich unser Leben? Können wir es tatsächlich so frei gestalten, wie es uns die Konstruktivisten glauben machen wollen? Ist der Selbstorganisationprozess unserer Wirklichkeit per Definition in der Tat ein Produkt unserer Selbstbestimmung? Oder ist die Verwirklichung unserer Wege und Ziele nicht doch von Fremdbestimmung geprägt?

Diese Fragen sind von existenzieller Bedeutung, vor allem dann, wenn es um ganz praktische Erwägungen geht wie zum Beispiel die Frage danach, ob wir unsere Kinder in Kindergärten abgeben oder Zuhause lassen sollen? Oder wenn wir uns die Frage stellen, ob wir unsere Kinder der Kindervorsorgeuntersuchungspflicht oder der Schulpflicht ausliefern und unterwerfen sollen? Ganz zwingend mit diesen theoretischen Erwägungen gehen einher die ernsthaften Auseinandersetzungen mit der Steuerpflicht, Krankenkassenmitgliedschaftsverpflichtung, Rundfunkgebührenpflicht, Arbeitsvertragsverpflichtungen, Abfallbewirtschaftungspflicht, Meldepflicht und sonstigen bürokratischen Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien, die allesamt bis tief in unser Leben und damit einhergehend in die Steuerung unserer Entscheidungsfreiheit hineinwirken.

Bereits vor der Geburt werden wir schon im Mutterpass registriert und die werdende Mutter unterliegt der sozialen Gesetzgebung. Dann sind wir geboren und werden von der Hebamme von Amts wegen als niederkünftig vermerkt und die Eltern mit der Anzeigepflicht des Neugeborenen beim Amt belegt. Anschließend ist sind die Eltern weiterhin verpflichtet, das Kind dem Kinderarzt regelmäßig vorstellig zu machen, dank Kindervorsorgeuntersuchungsgesetzt. Zuzüglich belegen die Eltern das Kind mit der noch freiwilligen Kindergartenpflicht. Ab 6 Jahre herrscht die Schulpflicht, die bis 18 Jahre gilt. Weiterhin unterliegt der Mensch fortfolgend den Zünften, Kammern und Räten bei der Ausbildung, der Pass-, Wohnsitzmeldepflicht, Krankenkassen-, Steuer- und Vertragspflicht. Im Laufe des Lebens eignet sich dann der freie Mensch noch weitere selbst auferlegte Verpflichtungen wie Ehe oder Lebenspartnerschaften, Kinder, Haustiere, Haus, Auto, Hobby und Kredite an. Am Ende seines Lebens unterliegt der Rentner den Rentnergesetzgebungen sowie, im Falle der Abschiebung in ein Alten- und Pflegeheim, den Heimverträgen und ganz am Ende ist der Sterbende noch verpflichtet, sein Handling für die Eventualitäten nach dem Tode noch zu Lebzeiten bei vollem Bewusstsein per Testament geregelt zu haben, ansonsten wird er verpflichtend in einem anonymen Urnengrab eingeäschert.

Unser Leben in den Industrienationen ist vom Voranfang bis zum Nachende durch und durch institutionalisiert. Da bleibt kein Haaresbreit Freiheit übrig. Lass dir das einmal im Rückblick deines Lebens, in der Gegenwart deines Tuns und für deine künftigen Planungen auf der Zunge zergehen und sag uns, ob du wirklich frei bist und wenn ja, worin. Vielleicht gibt es ja irgendwo einen Notausgang aus der Institutionalisierungszwangsjacke…


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Ausgebremst – Warum wir selten tun was wir wollen.

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Erinnerst du dich noch daran, wann du zuletzt etwas aus Leidenschaft getan hast? Erst gestern? Jeden Tag? Dann brauchst du hier nicht weiter zu lesen, denn das, was hier steht, ist dann nicht das was du brauchst. Und wenn du es doch liest, dann anscheinend aus leidenschaftlicher Not heraus, ständig von irgendetwas ausgebremst zu werden.

Was ist eigentlich Leidenschaft? Manche Zungen behaupten, es sei etwas was Leiden schafft. Ist das so? Die Bedeutung von Leidenschaft liegt in der Inbrunst, die man gegenüber jemandem, einem Ding oder einem Ereignis empfindet. Hierbei geht um die Äußerung von ganz besonders starken Gefühlen. Um den Einsatz, den man bringt, um etwas zu erreichen. Um das Glühen im innersten seines Herzens. Daran ist nichts, worunter man leiden sollte, ansonsten handelt es sich hierbei um masochistische Züge, also um eine neurotische Neigung der Leidenschaft. Die klammere ich allerdings in diesem Sinne hier aus.

Wir alle kennen das: Wir haben eine Idee und empfinden dabei einen unendlichen Drang danach, diese Idee umzusetzen. Doch halt: Bereits nach einigen Sekunden kommen die ersten Zweifel an der Idee. Plötzlich geht dies und jenes nicht, dieser und jener könnten etwas dagegen haben, man selbst findet sich nicht kompetent genug und so weiter. Danach ist die Leidenschaft innerhalb des kürzesten Zeitraums wieder erloschen. Dieses Spiel macht man dann ein paar Mal, bis einem die Erfahrung irgendwann lehrt, das klappt ja sowieso alles nicht. Das Ende vom Lied: Man hört auf, Leidenschaft für irgendetwas zu empfinden, das Feuer für Ideen ist erloschen, man lebt nach Notwendigkeiten. Mentaltod nennen wir das! Ein äußerst trauriger Zustand.

Das Vertrackte an dieser Situation ist, dass es viel zu viele Stimmen gab und immer noch gibt, die immer wieder alles totreden, alle Zweifel aufkeimen lassen, die Freude am Tun ersticken und dich von deinem Traumtrip runter holen. Immer und immer wieder. Da sind die Eltern, die einem ständig alles verbieten was Spaß macht und Eigensinn erzeugt. Da ist der Kindergarten, der bereits so früh an einem herumdoktert, dass man als Kleinkind Phantasie nicht mal als Wort kennen lernt. Da ist die Schule, die nur den Ernst des Lebens im Lehrplan stehen hat und jegliche Spontaneität und Kreativität für immer stutzt. Da sind die Freunde, an die man sich anpassen muss, will man dazu gehören. Da sind die Vereine mit ihren Statuten, nach denen man sich auszurichten hat, sonst lernt man ganz schnell „fliegen“. Da sind die Ausbilder, Dozenten und sonstige professionelle Mentoren, die einem mit ihren Theorien allen eigenständigen Wind aus den Segeln nehmen, dass man nicht mal mehr in der Flaute spürt, dass man lebt. Da ist die eigene Familie, die Versorgung und Verantwortung fordert und der Beruf, der einen von 9 to 5 gefangen nimmt. Der Staat, die Banken, die Nachbarschaft und alle selbst ernannten Unterdrücker der Nation, die alles und jeden kontrollieren bis zum letzten Atemzug und sogar darüber hinaus. Und das tagtäglich und bei allem was man tut. Einzig die Zweifel haben die verinnerlichte Freiheit, an einem zu nagen bis man nur noch reagiert und nicht mehr agiert.

So Schlimm? Nein, gar nicht! Mit ein wenig gesundem Menschenverstand ist es nämlich möglich, den angepassten Ausbremsern die Macht über dich zu nehmen. Das Zauberwort heißt: Entziehen! Ja, ich sehe schon, jetzt hagelt es einen Sturm von Fragen: Wie soll das denn gehen? Das ist doch gar nicht möglich! Die Rahmenbedingungen sind doch vorgegeben! Wenn man nicht macht was die wollen, dann hat man doch nur Ärger am Hals! Und so weiter und so fort. Womit wir wieder ins gleiche Horn der Ausbremser blasen. Und genau das wollen wir ja nicht. Exakt dieser Haltung mit ihrer ausbremsenden Denkweise müssen wir entgegnen mit einer neuen Haltung, einem lebensbejahenden, selbstständigen und auf Befreiung ausgerichteten Denken. Und das ist im Grunde genommen ganz einfach, man muss es nur wollen: Immer wenn dich jemand ausbremsen will, dann gibst du Gas! Das heißt, es gibt in diesem Moment zwei Möglichkeiten der aktiven Reaktionsweisen: Die erste Reaktion besteht darin, den Informationsfluss zu unterbrechen, der von den Ausbremsern zu dir fließt, in dem du dafür sorgst, Bedingungen zu schaffen, in denen du nicht hinhören musst: Sich vom Manipulierer entfernen, ihn stehen lassen, nicht an sich heran kommen lassen, ihn ignorieren, Beziehung beenden, Medien abschaffen, keine Zeitung lesen, nicht mit Nachbarn oder Kollegen lästern uns so weiter und so fort. Sollte das nicht so einfach für dich sein, dann greift garantiert die zweite Reaktionsweise: Hör‘ dir einfach in Ruhe und völlig emotionslos an, was der Ausbremser von dir will und mache dann genau das Gegenteil von dem was er von dir erwartet. Sollte der Ausbremser anschließend seine Schlechte-Gewissen-Argumentation anwenden, hörst du geflissentlich darüber hinweg. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass du im Laufe der Zeit resistent wirst gegen die Argumente und den Klauen der Motivationsvernichter. Denn du weißt ja was sie grundsätzlich immer von dir wollen und du kannst künftig entsprechend gelassen auf deren Aufgeblasenheit reagieren.

Wie du siehst, wirst du durch eine eigene befreiende Reaktion auf die Manipulationsversuche der Ausbremser wieder handlungsfähig. Erst durch eine lebendige Trotzreaktion aktivierst du wieder deine Leidenschaft für das was du willst. Gelassene Ablehnung des Einflusses durch die Ausbremser erzeugt demnach Kraft, Energie und Leidenschaft am selbstständigen Denken und Handeln. Wir sind zu dem Schluss gekommen: Zum passionierten eigenständigen und liebevollen Denken, Fühlen und Handeln gibt es keine Alternative!


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